Erhaltung Jüdisches Krankenhaus

23. Juni 2011 | Von | Kategorie: Allgemein, Publikationen

Das Jüdische Krankenhaus muß erhalten bleiben.

 Das Jüdische Krankenhaus in Berlin zwischen 1938 u. 1945,  Hrsg. Rivka Elkin, Edition Hentrich, 10,- €

Das Jüdische Krankenhaus zu Berlin überstand als einzige jüdische Institution in Deutschland die nationalsozialistische Herrschaft. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kämpften seit 1933 um die Erhaltung des Krankenhauses. Besonders seit 1938 galt es vielen Juden als Zuflucht vor drohender Misshandlung und Deportation. Gleichzeitig mißbrauchten die Nationalsozialisten die Einrichtung. Das Krankenhaus unterhielt auf Anordnung Erste-Hilfe-Stationen in den Sammellagern und eine „Untersuchungsabteilung für Transportreklamationen“ im Krankenhausgebäude selbst. So diagnostizierten die Ärzte einerseits Behinderungen und Krankheiten, um Deportationen zu verhindern, andererseits leisteten sie Erste Hilfe, was es den Nationalsozialisten in gewisser Weise erleichterte, die Deportationen durchzuführen. Ab 1942 beginnen die Deportationen vom Krankenhaus aus. Im März 1944 wird auf dem Gelände des Krankenhauses ein Sammellager eingerichtet. Die Befreiung kommt, ehe es gelungen ist, das Krankenhaus ganz zu zerstören.In ihm überlebten zwischen 800 und 1000 Menschen. Rivka Elkin schildert die Geschichte des Krankenhauses zwischen 1938 und 1945. Sie zeigt den Kampf um die Erhaltung des Krankenhauses, der gleichzeitig ein Kampf um das Überleben seiner Insassen war. Die Gespaltenheit in der Tätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere aber des Direktors des Krankenhauses seit 1942, Dr. Werner Lustig, wird genau nachgezeichnet. Ein eigenes Kapitel ist der Kinderabteilung des Krankenhauses gewidmet. Außerdem enthält der Band biographische Angaben von Ärzten und Ärztinnen, die während des Nationalsozialismus am Krankenhaus gearbeitet haben.

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